Ziele und Aufgaben des Aufbautrainings (ABT)

Inhaltliche Ziele

Die zweite Etappe des langfristigen Trainings knüpft an die allgemein-sportliche Ausrichtung des GLT an und beinhaltet eine umfassende und stabile Weiterentwicklung der allgemeinen und speziellen konditionellen und koordinativ-technischen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Die Vervollkommnung der im GLT erworbenen technischen Grundfertigkeiten anderer Sportarten forciert weiter das langfristige Ziel, allgemeine Trainingsmittel effektiv nutzbar zu machen. Dies sichert Belastungsverträglichkeit und liefert somit die Grundlage für eine kontinuierliche und wirksame Umfangssteigerung.

Weiterhin wird durch die erworbenen vielfältigen Bewegungserfahrungen ein motorisches Repertoire geschaffen, was für die Vervollkommnung skiläuferischer Techniken hilfreich ist. Ein solcher Transfer motorischer Kompetenzen ist Grundlage für die Anwendbarkeit und variable Verfügbarkeit aller Lauftechniken auf hohem technischem Niveau.Da Technikvervollkommnung nie abgeschlossen ist und die Sportart Skilanglauf auch in Zukunft technischen Veränderungen unterliegen kann, ist das beim Sportler geschaffene Bewegungsgefühl von entscheidender Bedeutung, um im weiteren Verlauf erfolgreich Lern- und Umlernprozesse zu bewältigen.

Schließlich nimmt die Vervollkommnung der Grundfertigkeiten des allgemeinen Krafttrainings eine besondere Rolle im ABT ein. Mit fortschreitender körperlicher Reife der Athleten rückt hier die Steigerung der Bewegungsqualität der Übungsausführung immer weiter in den Fokus.Die klare Inhaltliche Ausrichtung des Krafttrainings an konkreten Zielstellungen (prophylaktische Funktion, Stabi-training, Kraftausdauertraining vortriebswirksamer Muskulatur, Kombination Krafttraining und Imitation von Bewegungen auf dem Ski, Vorbereitung Maximalkrafttraining) gewährleistet eine zunehmende Spezifität der muskulären Reize. Langfristig stellt ein qualitativ hochwertiges Krafttraining eine Leistungsreserve für die anschließenden Etappen des Anschluss- und Hochleistungstrainings dar.

Orientierungen für den Trainer

Auch im ABT sind u.U. erhebliche Unterschiede im biologischen Entwicklungsstand innerhalb einer Trainingsgruppe zu beobachten. Dies ist für den gesamten Trainingsprozess, insbesondere für das Krafttraining, zu berücksichtigen.

Da speziell in diesem Altersbereich durch unterschiedlich verlaufende Entwicklungsprozesse gewünschte Wettkampfresultate mitunter ausbleiben, sind hier besonders die individuellen Entwicklungsziele des Sportlers zu benennen. Dies hilft dem Athleten, die eigene Leistung realistisch zu bewerten, ohne die notwendige Leistungsmotivation zu verlieren.Dabei ist die pädagogische Kompetenz des Trainers gefordert, den heranwachsenden Sportler in diesem Prozess zu unterstützen. Ein respektvoller Umgang und das Finden einer gemeinsamen Sprache sind dabei grundlegende Elemente pädagogischen Handelns und die Basis für eine gesunde Trainer-Sportler-Beziehung.

Um den sportartspezifischen Leistungszustand in diesem Altersgang zu erhöhen, ist das Training durch eine zunehmend speziellere Ausrichtung unter Beibehaltung eines hohen Anteils allgemein – gerichteter Ausbildung gekennzeichnet. Neben dieser prozentualen Veränderung in der Anteiligkeit allgemeiner und spezieller Trainingsmittel ist eine Erhöhung des Trainingsumfanges und der Trainingsintensität anzustreben. Um dies kontrollierbar zu machen, sind für diesen Altersbereich eine zweckmäßige Periodisierung des Trainings und regelmäßige Leistungsdiagnostiken notwendige Maßnahmen.

Im Hinblick auf die lauftechnische Entwicklung des Athleten sollte die Vervollkommnung und variable Verfügbarkeit aller Gangarten sowohl in der klassischen als auch der freien Technik angestrebt werden. Dies gelingt umso besser, wenn der Sportler neben der Entwicklung der dafür notwendigen konditionellen Voraussetzungen mit einer Vielfalt möglichst anspruchsvoller Bewegungsaufgaben im Schnee konfrontiert wird. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt (Technikparcours, Boardercross mit Langlaufskiern, etc.).

Durch die erfolgreiche Teilnahme an Wettkämpfen der höchsten nationalen Leistungsklasse lassen sich die im vorangegangenen Abschnitt angesprochenen taktischen und psychischen Trainings- und Wettkampfeigenschaften weiter ausprägen.

Der Trainer sollte ebenso eine optimale Synthese zwischen der schulischen und sportlichen Ausbildung im Blick haben. Letzteres sollte neben dem normalen Trainingsbetrieb auch den Schwerpunkt der Wissensvermittlung fokussieren. Dabei ist es die Aufgabe des Trainers, beim jungen Athleten sowohl die innerhalb des GLTs vermittelten Grundkenntnisse über sportartspezifische Trainingsmethoden weiter zu schulen, als auch eine hohe Leistungsmotivation zu fördern.

Orientierungen für den Sportler

Der Sportler sollte seine individuellen Entwicklungsziele benennen können und entsprechend fokussieren. In diesem Kontext ist die Selbstreflexion der eigenen Leistung von wesentlicher Bedeutung für einen erfolgreichen Entwicklungsverlauf. Dabei ist es wichtig, zu verstehen, dass Wettkampfresultate variieren oder ausbleiben können. Hierbei nicht die Ruhe und den Mut zu verlieren gehört in dieser Etappe des langfristigen Leistungsaufbaus ebenso zum Sportleralltag, wie sich den gestiegenen Trainingsumfängen und der schulischen Belastung zu stellen. Dabei sollte nie aus dem Auge verloren werden, dass beide Lebensbereiche – Schule und Sport – gleichermaßen wichtig sind und entsprechend eine optimale Abstimmung und Tagesorganisation voraussetzen.

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Wie sind die Trainingsschwerpunkte im Jahr angeordnet?

Die untenstehende Übersicht soll schematisch eine für das ABT zielführende trainingsmethodische Vorgehensweise aufzeigen. Dargestellt sind die im Jahresverlauf auszubildenden Fähigkeitskomplexe und empfohlene Trainingsmittel und -methoden.

Welche sportlichen Kompetenzen sollten am Ende der Ausbildungsetappe beherrscht werden?

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