Optimales Kraftniveau erhalten und sportartspezifisch übertragen
Im Hochleistungstraining steht nicht mehr der grundlegende Aufbau der Kraftfähigkeiten im Vordergrund. Die in den vorherigen Etappen entwickelten Kraftfähigkeiten werden erhalten, individuell optimiert und gezielt in die sportartspezifische Leistung übertragen.
Das Krafttraining orientiert sich zunehmend am individuellen Leistungsprofil, an der Ausrichtung auf Sprint oder Distanz, an der Saisonphase und an der Gesamttrainingsbelastung.
Im Hochleistungstraining werden die vorhandenen Kraftfähigkeiten gezielt erhalten und entsprechend dem individuellen Leistungsprofil weiterentwickelt. Der Schwerpunkt verschiebt sich zunehmend auf die sportartspezifische Nutzung der vorhandenen Kraft.
Hinweis: Kraftausdauer ist im HLT keine zentrale Säule des Krafttrainings, sondern eine ergänzende Trainingsform für spezifische Anforderungen.
Im HLT befinden sich die Athlet:innen auf der höchsten Stufe. Die Auswahl der Übungen erfolgt zunehmend individuell und orientiert sich am Leistungsprofil, an den sportartspezifischen Anforderungen und an den individuellen Voraussetzungen.
Progression bedeutet im HLT nicht zwangsläufig, immer komplexere Übungen einzusetzen. Die Weiterentwicklung erfolgt insbesondere über Belastung, Bewegungsgeschwindigkeit, Bewegungsqualität, sportartspezifischen Transfer und individuelle Schwerpunktsetzung.
Über die interaktive Langläufer-Silhouette gelangst du direkt zu den jeweiligen Übungsbereichen und den zugehörigen Übungen.

Die folgenden Empfehlungen bilden den methodischen Rahmen für das Krafttraining im HLT. Welche Kraftfähigkeit im Saisonverlauf im Vordergrund steht und wie Umfang und Intensität angepasst werden, zeigt der Abschnitt Saisonverlauf / Periodisierung.
Im HLT gewinnt die Abstimmung von Kraft- und Ausdauertraining zunehmend an Bedeutung.
Der konkrete Aufbau einer Krafteinheit richtet sich nach Trainingsziel und Saisonphase. Die folgende Darstellung zeigt beispielhaft, wie sich Schwerpunkt und Umfang einer Einheit im Verlauf der Saison verändern können.
Im Jahresverlauf verschiebt sich der Schwerpunkt vom allgemeinen Wiedereinstieg und Bewegungsausgleich in der Übergangsperiode zur gezielten Entwicklung der Maximalkraft (IK) in der Vorbereitungsperiode I.
In der Vorbereitungsperiode II/III wird das aufgebaute Kraftniveau zunehmend in Schnellkraft, Reaktivkraft und sportartspezifische Bewegungen übertragen. Gleichzeitig wird der Umfang des klassischen Krafttrainings schrittweise reduziert.
In der Wettkampfperiode steht der Erhalt des Kraftniveaus bei möglichst geringem zusätzlichem Ermüdungsaufwand im Vordergrund. Umfang und Häufigkeit werden reduziert, während die Intensität der zentralen Kraftreize ausreichend hoch bleibt. Die zeitliche Platzierung der Krafteinheiten richtet sich nach Wettkampfprogramm, Trainingsbelastung und individueller Erholung.
Eine standardisierte Kraft- und Sprungdiagnostik für das HLT befindet sich derzeit noch in der Entwicklung. Aktuell liegen noch keine verbindlichen DSV-Norm- oder Referenzwerte vor, anhand derer Kraft-, Schnellkraft- oder Reaktivkraftleistungen einheitlich eingeordnet werden können.
Noch in Bearbeitung.